gegründet 1918 in Wittenberg

Rundbrief Oktober 2014

An die Mitglieder, Freunde und Förderer der Luther-Gesellschaft                            im Oktober 2014  
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitglieder der Luther-Gesellschaft,

wie gewohnt erhalten Sie auch in diesem Jahr zum Reformationstag den Rundbrief der Präsidenten mit einem Rückblick auf die Aktivitäten dieses Jahres 2014, einer Vorschau auf unsere Planungen für das kommende Jahr 2015 und einem Ausblick auf das 100-jährige Jubiläum unserer Gesellschaft im Jahr 2018.

Am 31. März 2014 ist der langjährige Zweite Präsident unserer Gesellschaft und amtierende Schatzmeister Dr. Reinhard Brandt plötzlich verstorben. Der Erste Präsident hat an der Trauerfeier teilgenommen; seine Ansprache finden Sie in LUTHER 2/2014. Und am 27. Mai 2014 verstarb Brandts Vorgänger OKR i.R. Prof. Dr. Karl Dienst im Alter von 84 Jahren. Ein Nachruf erscheint in LUTHER 3/2014. Wir sind dankbar für alles, was die beiden für die Luther-Gesellschaft getan haben und werden ihr Andenken in Ehren halten. Wir begrüßen im Vorstand als neuen Schatzmeister Herrn Matthias Richter und im Beirat Herrn Dr. Martin Evang als Vertreter der Union Evangelischer Kirchen (UEK) und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit.

Unsere Frühjahrstagung, die wir vom 9. bis 11. Mai auf dem Hainstein in Eisenach veranstalteten, war der Geschichte und der Gegenwart des deutschen Pfarrhauses gewidmet und brachte eine sehr lebendige Beschäftigung mit den Gegenwartsfragen und -problemen des „Pfarrhauses“ hervor. Wie da historische Entwicklungen und aktuelle Debatten zwischen Kirchenleitung und Pfarrerschaft thematisiert wurden, das haben die Teilnehmer als einen wichtigen Beitrag zu einer notwendigen Debatte wahrgenommen. Das Wartburg-Konzert von DeutschlandRadio Kultur mit La Chapelle Rhénane war für die Freunde Alter Musik ein besonderer Höhepunkt.
Wir hätten uns eine größere Teilnehmerzahl gewünscht; der Termin an einem der traditionellen Konfirmationssonntage war für die Pfarrerschaft offenbar nicht günstig, aber die Planungen verlangen längerfristige Vorläufe, und die erste Voraussetzung für die Planung einer Tagung ist immer die Verfügbarkeit der Quartiere. Einen ausführlichen Bericht über die Tagung werden Sie in LUTHER 3/2014 lesen können, wiederum verfasst von Pfarrer Michael Lapp, dem an dieser Stelle einmal ausdrücklich für seine Tagungsberichte gedankt sei. Auf diese Weise können auch Mitglieder und Leser, die an den Tagungen selbst nicht teilnehmen konnten, ersehen, was dort verhandelt wurde. Den Vortrag von Professor Dr. Klaus Fitschen (Leipzig) über Jochen Klepper werden Sie in einem der nächsten Hefte von LUTHER finden.

Unsere Herbsttagung vom 26. bis 28. September in Wittenberg war im thematischen Zusammenhang des Dekadenjahrs „Reformation und Politik“ geplant. Wir haben sie gemeinsam mit der Stiftung Luther- gedenkstätten in Sachsen-Anhalt und erstmals auch mit der Evangelischen Akademie Sachsen-Anhalt in Wittenberg durchgeführt und werden diese Zusammenarbeit bei Gelegenheit gern fortsetzen. Die für die Tagung verantwortlichen Mitglieder aus Vorstand und Beirat, Direktor Dr. Stefan Rhein und Prof. Dr. Christopher Spehr, hatten ein vielfältiges Programm zusammengestellt, von einem Spaziergang durch die Wittenberger Baustellen bis zu einer Podiumsdiskussion in der Evangelischen Akademie mit Gerhard Baum und Wolfgang Thierse, zu der am Samstagabend auch weitere Teilnehmer aus der Stadt gekommen waren. Die Mischung zwischen „treuen“ und neuen Tagungsteilnehmern erfahren wir als bereichernd; wir freuen uns über Beständigkeit und wünschen uns weitere, auch jüngere Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu erreichen. Bitte sprechen Sie auch von sich aus Personen an, bei denen Sie Interesse vermuten, und laden Sie diese zu unseren Tagungen ein.

Im Rahmen der Tagung wurde zum zehnten Mal der Martin-Luther-Preis für den akademischen Nachwuchs verliehen, in diesem Jahr an Herrn Privatdozenten Dr. Andreas Stegmann (Berlin). Der Festakt in der Baustelle Schlosskirche dürfte ein einmaliges Ereignis gewesen sein; der Empfang im Hause der Sparkasse Wittenberg, der Stifterin des Preises, war wie gewohnt freundlich und großzügig.

Im Jahr 2015, in dem wir nur e i n e Tagung veranstalten, haben wir angesichts der 600. Wiederkehr der Verbrennung von Jan Hus auf dem Konstanzer Konzil das Thema „Hus und die Reformation“ gewählt. Die Tagung wird nicht, wie ursprünglich gedacht, in Prag oder in Leipzig, sondern vom 25. bis 27. September in Torgau stattfinden. Wir können die Vorträge dort mit dem Besuch der ersten nationalen Sonderausstellung „Luther und die Fürsten“ verbinden. Auch insofern wird sich die Reise nach Torgau lohnen. Inhaltlich wird die Tagung durch die Herren Professoren Dr. Armin Kohnle und Dr. Hellmut Zschoch vorbereitet.

Wir haben bereits im Frühjahrsrundbrief darauf hingewiesen, dass die Luther-Gesellschaft im Jahre 2018 hundert Jahre alt wird. Wir möchten Ihnen schon heute den Termin unserer Jubiläumstagung mitteilen: Wir werden das Jubiläum vom 28. bis 30. September 2018 mit einer Tagung am Gründungsort und Vereinssitz Wittenberg begehen. Auf eine rege Teilnahme bei dieser Gelegenheit freuen wir uns besonders.

Zahlreiche Mitglieder erhalten die Rundbriefe inzwischen per E-Mail. Das spart Kosten, die wir für andere Zwecke einsetzen können. Bitte teilen Sie der Geschäftsstelle ggf. mit, wenn Sie den Rundbrief künftig auf diesem Wege erhalten möchten. Wer die Rundbriefe weiter mit der Post erhalten will, wird sie wie gewohnt bekommen.

Mit guten Wünschen für Sie und vielen freundlichen Grüßen

Ihre

Prof. Dr. Dr. Johannes Schilling Oberkirchenrätin Dr. Mareile Lasogga
Erster Präsident Zweite Präsidentin

letzte Änderung: 06. September 2016