gegründet 1918 in Wittenberg

Bezirk Sprengel Hanau

Der Bezirk "Sprengel Hanau" trägt den Namen des gleichnamigen Teiles der Evangelischen Kirchen von Kurhessen-Waldeck.

Größe

Der Sprengel Hanau umfasst den südlichen Teil der Landeskirche. Er ist weitestgehend deckungsgleich mit dem politischen Main-Kinzig-Kreis und dem Kreis Fulda. Er umschließt die beiden östlichen Stadtteile von Frankfurt/Main (Bergen und Enkheim) und reicht bis südlich von Bad Hersfeld in Osthessen. Im Süden wird er von Bayern begrenzt, im Osten von Thüringen. Im Norden schließt sich der oberhessische Bereich der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an.

Historisches

Konfessionell ist das Hanauer Gebiet evangelischerseits uniert. Bis ins 19. Jahrhundert existierten lutherische und calvinistische Gemeinden mitunter in einem Ort nebeneinander. Auch die Grafschaften sowie Gemeinden in den Fürstbistümer (Fulda, Teile von Würzburg), die nach dem Reichsdeputationshauptschlußvon 1803 dem Kurfürsten Hessen (-Kassel) zuerkannt wurden, hatten unterschiedliche evangelische Bekenntnisse. Aus diesem Grunde schloss man im Gefolge des Reformationsjubiläums im Jahre 1818 eine Union der beiden evangelischen Konfessionen - die sogenannte "Hanauer Union". Es entstand allerdings keine echte Bekenntnisunion. Neben einem gemeinsamen Konsistorium in Hanau einigte man sich vielmehr darauf, den Heidelberger und den Kleinen Katechismus Luthers nebeneinander zu gebrauchen - was zu dem nicht ganz schmeichelhaften Begriff der "Buchbinderunion" führte. Dabei wurden einige typische calvinistische Ausprägungen ausdrücklich beibehalten, so der Gebrauch von "gewöhnlichem Waizenbrod" beim Abendmahl.

Dennoch gibt es bis heute Gemeinden, die sich ausdrücklich als "lutherisch" bezeichnen. Häufig sind die früheren Bezeichnungen der Kirchengebäude als reformiert oder lutherisch noch im Bewusstsein der Gemeindeglieder erhalten. Mitunter finden sich auch Dokumente der Überwindung der konfessionellen Spaltung. Dazu gehören beispielsweise die beiden Figuren in der - ursprünglich calvinistischen - Schlosskirche in Meerholz vom Anfang des 20. Jahrhunderts: In einer Altarwand stehen links und rechts von der Kanzel die Figuren Luthers und Calvins und nehmen den Prediger in die Mitte. Bedingt durch die Zugehörigkeit zum ehemaligen Fürstbistum Fulda und zu Teilen des Fürstbistums Würzburg ist etwa die Hälfte der Bevölkerung katholisch.

Heutiges

Man kann heute den gesamten Sprengel Hanau als Teil des Ballungsgebietes Rhein-Main ansehen. Konfessionelle Unterschiede spielen eine immer geringere Rolle. Der christliche Glaube ist nur noch eine von vielen möglichen religiösen Formen. Dennoch sind die Menschen auf der Suche nach Glauben, der ihnen Halt im Leben geben kann. Die lutherische Sicht des christlichen Glaubens kann gerade in dieser von wirtschaftlicher Leistung geprägten Gegend eine wichtige Perspektive sein, die es weiterzugeben lohnt.

Kontakt

Pfarrer Michael Lapp
Finkenweg 27
63579 Freigericht-Somborn


Telefon: +49 (0) 60 51 - 90 67 50 9
E-Mail: Michael Lapp

letzte Änderung: 18. November 2011